Heilbronner Weg

Hohes Licht

 

Klettersteig/Höhenweg: Heilbronner Weg

Land: Deutschland

Gebirgsgruppe: Allgäuer Alpen

Talort: Oberstdorf, 0.813 m

GPS: 

Fakten:

Schwierigkeiten/Anforderungen: Langer, recht anspruchsvoller Höhenweg mit Klettersteigpassagen. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und solide Ausdauer notwendig. Nur bei stabilen Wetterverhältnissen ratsam.

Höhenmeter: 1.1150 Hm Zustieg, 0.700 Hm am Heilbronner Weg, für Hohes Licht und Mädelegabel jeweils 0.200 Hm zusätzlich

Ausgangspunkt: Birgsau, 0.956 m

Gipfelziel(e):

  • Bockkarkopf, 2.609 m
  • Hohes Licht, 2.651 m
  • Mädelegabel, 2.645 m
  • Kratzer
  • Steinschartenkopf, 2.615 m
  • Wilder Mann

Endpunkt: Spielmannszug, 0.985 m

Gesamtdauer: 3,5 Std. Zustieg, 5,5 Std. von Hütte zu Hütte, zusätzlich 1 Std. je Gipfelabstecher, 2 Std. Abstieg

Beste Jahreszeit: Juli bis Anfang Oktober

Charakter/Besonderheiten: Der Heilbronner Weg ist ohne Zweifel das Paradestück der Allgäuer Höhenwege und dementsprechend stark frequentiert. Es warten fünf bis sechs aufregende Gehstunden von Hütte zu Hütte, wobei das drei Kilometer lange Kernstück zwischen Kleiner Steinscharte und Bokkarscharte ständig entlang oder in unmittelbarer Nähe des Grates verläuft und an allen anspruchsvollen Stellen versichert ist. Mit jeweils einer Stunde Mehraufwand lassen sich das Hohe Licht und die Mädelegabel „mitnehmen“. Meistens wird die hier beschriebene West-Ost-Richtung bevorzugt. Bei Schlechtwettereinbruch sind die Notabstiege zum Waltenberger Haus von Bedeutung.

Errichtung: Ende des 19. Jahrhunderts wurden in allen Allgäuer Bergen zahlreiche Alpentvereinshütten errichtet, darunter 1885 die Rappenseehütte und 1891 die Kemptner Hütte. Gleichzeitig begann man damit, die einzelnen Unterkünfte durch eine Kette von Höhenwegen miteinander zu verbinden. Im zentralen Bereich des Allgäuer Hauptkammes klaffte letztlich noch eine Lücke, die durch die Anlage des Heilbronner Weges geschlossen wurde. Nach zweijähriger Bauzeit konnte am 23. Juli 1899 die Eröffnung gefeiert werden. Der Wegebaues Anton Klein aus Bubi hatte mit Unterstützung der Alpenvereinssektion Allgäu-Kempten die Arbeiten an dem drei Kilometer langen Grat zwischen Kleiner Steinscharte und Bockkarscharte ausgeführt. Finanziert wurde das Ganze durch die Sektion Heilbronn, die auch heute noch für den Unterhalt des Weges verantwortlich ist. Seit nunmehr gut 100 Jahren wird dieses Angebot von Bergwanderern wie kaum ein zweites, mit 15.000 Begehungen im Jahr, in den Alpen angenommen.

Hütten: 

  • Rappenseehütte, 2.091 m
  • Kemptner Hütte, 1.844 m
  • Enzianhütte, 1.779 m
  • Waltenberger Haus, 2.084 m

Sonstiges:

Ausrüstung: Normale Bergwanderausrüstung, Klettersteigset erübrigt sich für Geübte. Sind Schneefelder zu erwarten, können Steigeisen nicht schaden.

Kinder: ab 13 Jahren, falls schon bergerfahren

Zustieg: Vom Weiler Birgsau zunächst auf dem Fahrweg ansteigend nach Einödsbach. Nun über die Petersilie zum Beginn eines steileren Wegabschnitts, der zur Enzianhütte, 1.779 m hinaufreitet. Nach einer kaum ansteigenden Hangquerung folgt das letzte steilere Stück zur Rappenseehütte.

Route: Von der Hütte durch die Große Steinscharte hinauf ins Wieslekar. Fast eben durch das Bergsturzgelände zum Beginn der Steilflanke unterhalb des Hohen Lichts. Verzweigung: Rechts hinauf zum Hohen Licht, 2.651 m, links beginnt der eigentliche Heilbronner Weg. Auf diesem ausgesetzte Aufwärtsquerung (häufig Schneereste), durch den engen Spalt des Heilbronner Törl und weiter bis in die Kleine Steinscharte empor. Es folgen eine kurze südseitige Querung und die Leiter zum Steinschartenkopf, 2.615 m. Weiter teils drahtseilgesichert am Wilden Mann vorbei und hinab in die Socktalscharte. Hier besteht die erste Abstiegsmöglichkeit nach Norden zum Waltenberger Haus. Es folgt der Anstieg zum Bockkarkopf, 2.609 m. Jenseits in steilen Kehren hinab zunächst in die Westliche und kurz darauf in die Östliche Bockkarscharte (zweite Abstiegsmöglichkeit zum Waltenberger Haus). Nun verlässt der Steig den Kammbereich und führt auf österreichischer Seite über die Reste des Schwarzmilzferners weiter. Von hier lohnender Abstecher auf die Mädelegabel, 2.645 m. Anschließend auf umschwierigem Höhenweg, teils eben, teils leicht bergan, um den zerklüfteten Kratzer herum ins Mädelejoch und schließlich zur Kemptner Hütte.

Abstieg: Von der Kemptner Hütte durch den Sperrbachtobel hinab ins Trettachtal und flach hinaus nach Spielmannszug. Von hier fährt ein Stellwagen bis Oberstdorf, ab Renksteg auch ein Bus.

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